Home Augen Einführung E.O.

Endokrine Orbitopathie (E.O.)

 

Eine Augenbeteiligung beim Morbus Basedow, die endokrine Orbitopathie, tritt bei vielen Erkrankten auf. Leichte und schwere Verlaufsformen sind bekannt. Neben den körperlichen Beeinträchtigungen durch die Symptome der endokrinen Orbitopathie müssen sich die Betroffenen oft auch mit der Veränderung des Aussehens und den Reaktionen der Umwelt auseinandersetzen.

Die endokrine Orbitopathie tritt in nahezu allen Fällen in Verbindung mit einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung auf. Die meist doppelseitige endokrine Orbitopathie kann der Schilddrüsenerkrankung vorausgehen, gleichzeitig auftreten oder mit zeitlicher Verzögerung folgen. Sehr selten ist das Auftreten einer endokrinen Orbitopathie ohne fassbare Schilddrüsenerkrankung.

 

Wie viele an Morbus Basedow Erkrankte entwickeln eine endokrine Orbitopathie?

Wie viele an Morbus Basedow Erkrankte eine Augenbeteiligung entwickeln, ist nicht sicher geklärt. In einigen Untersuchungen werden Zahlen von über 85% berichtet. Die Ausprägung der Symptome kann dabei sehr unterschiedlich sein. Eine endokrine Orbitopathie muss nicht immer durch hervortretende Augen sichtbar sein.

Auch nach Behandlung der Schilddrüsenkrankheit kann es bei 50 % der an Morbus Basedow Erkrankten innerhalb von zwei Jahren zu einer Aktivierung der Augenerkrankung kommen. Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt sind deshalb alle 4-6 Monate notwendig, selbst wenn sonst keine Beschwerden bestehen.

Die endokrine Orbitopathie betrifft meist beide Augen, allerdings oft in unterschiedlich starker Ausprägung.

 

Welche Beschwerden können auftreten?

  • Tränende Augen, Augenbrennen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen
  • Fremdkörpergefühl in den Augen, Druckgefühl hinter dem Auge
  • Geschwollene Augenlider, hochgezogenes Augenlid, seltener Lidschlag
  • Trockene Augen, Rötung der Augen, Hornhautentzündungen, Bindehautentzündungen
  • Hervortretende Augen (Exophthalmus), ungenügender Lidschluss
  • Kopfschmerzen, Halswirbelsäulenbeschwerden
  • Doppelbilder, Augenmuskelprobleme, Sehstörungen
  • Selten: schwere Beeinträchtigung des Sehvermögens durch Schädigung des Sehnerven.


Es gibt verschiedene medizinische Einteilungen für den Schweregrad der Orbitopathie. Da unterschiedliche Symptome gleichzeitig vorliegen können, ist eine Einordnung in die jeweiligen Kategorien nicht immer eindeutig möglich.

 

Welche Untersuchungen müssen vom Augenarzt durchgeführt werden?

Bei einer möglichen Augenbeteiligung sollte ein in Diagnostik und Therapie der endokrinen Orbitopathie erfahrener Augenarzt aufgesucht werden. Solche Spezialisten sind mitunter schwierig zu finden. Eine endokrine Orbitopathie kann auch dann vorhanden sein, wenn die Augen nicht sichtbar hervorgetreten sind.

Notwendige Untersuchungen sind die Bestimmung der Lidspaltenweite, die Prüfung des Lidschlusses und die Untersuchung der Lider auf mögliche Lidschwellungen. Das Hervortreten der Augen muss ebenfalls untersucht werden. Der Grad des Hervortretens wird durch eine einfache Messung mit einem Exophthalmometer nach Hertel festgestellt. Dabei sind alle Werte oberhalb von 20 mm oder Seitendifferenzen von mehr als 2 mm auffällig. Der einzelne Wert ist dabei nicht allein entscheidend. Auffällig ist dagegen eine Veränderung der Werte.
Zusätzlich sollte eine Untersuchung der Sehschärfe, des Gesichtsfeldes, des Augeninnendruckes und der Beweglichkeit der Augenmuskeln erfolgen.

Sinnvoll zur Beurteilung der Krankheitsaktivität der endokrinen Orbitopathie ist in bestimmten Situationen die Kernspintomographie. Durch diese Untersuchung kann zusätzlich eine genaue Bestimmung der Augenmuskeldicke vorgenommen werden. Die dabei bestimmte sogenannte T2-Relaxationszeit kann zur Einschätzung der Krankheitsaktivität durch die Kernspinuntersuchung genutzt werden.

Die Ultraschalluntersuchung der Augenmuskulatur durch einen erfahrenen Augenarzt kann ohne Belastung für den Patienten Hinweise auf eine endokrine Orbitopathie und deren Verlauf erbringen. 

 


Template erstellt von 2st-online.de